Über mich

Hey ihr Lieben! Ich bin Kai und mich schlägt es jetzt für ein Jahr auf die schöne Insel Zanzibar. Damit ihr erfahrt was ich dort so erlebe, habe ich diesen Blog eingerichtet ... ;)

Freitag, 20. April 2012

Safari

Ich hab mich ja schon länger nicht mehr gemeldet. Deswegen ist es jetzt auch höchste Zeit die folgenden Beiträge mal zu schreiben und zu posten. Irgendwie ist in letzter Zeit ziemlich viel los gewesen und davor war doch noch Besuch da.

Es ist schon ein bisschen länger her, aber ich habe Ende Januar Urlaub gemacht. Mein Onkel Martin kam zu Besuch und wir haben zusammen eine kleine Reise unternommen.

Dar es Salaam: 
Wie viele Urlauber kam er in Dar Es Salaam an und wir haben uns noch die Stadt angeguckt. Ich war auch noch mal an Flecken, an denen ich noch nie gewesen bin, wie zum Beispiel das National Museum. Rückblickend war das Museum echt nicht der Hit. Ausgestellt wurde zunächst die Evolutionstheorie, dann ein bisschen Kolonialgeschichte, sämtliche Autos des ersten Präsidenten Julius Nyerere und es wurden auch noch Gegenstände aus dem alltäglichen Leben ausgestellt, die dann doch eher aussahen, als hätten sie die Menschen hier vol langer Zeit benutzt. Die Hälfte der Küchengeräte besitzen wir auch.
Das Museum war teilweise einfach überladen, dann die Ausstellungsstücke irgendwie ohne Plan aufgestellt und zu guter Letzt waren die vorhanden Austellung einem nationalem Museum irgendwie nicht würdig.
Posta (Dar Es Salaam) von Oben

Nach einem Tag haben wir dann auch die Highlights gesehen. Erwähnenswert sind noch die beiden Aussichten von zwei Hotels, die doch jeweils eine recht schöne Dachterrasse besitzen.

Arusha:
Der nächste Step unsrer Reise war Arusha, die größte Stadt in der nähe aller Nationalparks. Die Busreise war nicht die bequemste, aber wir sind angekommen. Am nächsten Tag ging dann unsere Safari los.
„Bilder sagen mehr als tausend Worte“
Karibou Drop box → safaribilder hier



Aber da Bilder nicht alles sagen können, werde ich doch noch die Highlights 4 Tage Safari erzählen.

Tag 1
Im Arusha Nationalpark haben wir gleich am Anfang eine Walking-Safari gemacht. Das war echt cool. Wir sind durch die die Prärie gewandert und auf der ersten Wiese haben Giraffen und Büffel darauf gewartet, dass sie von Besuchern angestarrt werden. Wir konnten so ungefähr 15 Meter an die Tiere heran. Direkt vor so einer Büffelherde zu stehen war schon echt imposant. Aber auch direkt vor einer Giraffe zu stehen und sich ziemlich klein zu fühlen war ein interessantes Gefühl. Danach haben wir noch ein paar Affen gesehen und Warzenschweine. Unsere Begleiterin vom Nationalpark hatte ein paar Magenprobleme und hat sich während der Tour immer auf die Buschtoilette geschlagen. Als wir an einem Wasserfall waren, war sie auch gerade den Magen entleeren, haben wir eine andere Gruppe mit Guide getroffen, der uns entgeistert angeguckt hat, weil wir ohne Guide unterwegs waren. Aber nach einer Kurzen Erklärung war dann auch alles klar. Diese Situation, dass wir alleine rumstanden und eine andere Gruppe vorbei kam sollte noch öfters vorkommen.
Unsere Guide hatte eine Maschinenpistole dabei, um uns im ernstfall beschützen zu können. Später habe ich mich mal mit unserem Fahrer unterhalten, über (legale) Jagd auf Wildtiere, Game Reserves usw. Dabei fiel auch, dass eine Maschinenpistole niemals reichen würde um einen Büffel zu erlegen. Gut das diese Herde nicht wütend geworden ist.

Nach der Walking-Safari haben sind wir noch mit unserem Fahrer durch den Park gegurkt. Dabei haben wir noch ein paar Affen, Giraffen und schöne Krater gesehen.

2 Tag
Wir waren in Tarangire Nationalpark, der mir persönlich sehr gefallen hat. Die Landschaft war einfach wunderschön, ein Flusslauf, der zurzeit wenig Wasser geführt hat, schöne Prärie und wundervolle Tiere. So viele Elefanten auf einem Fleck habe ich noch nicht gesehen. Das sind einfach prächtige Tiere, so groß, elegant und faszinierend. Wir haben ein paar Familien beim Wandern zu geguckt und haben diesen Anblick genossen.
Hier habe ich auch meinen ersten tanzanischen Löwen gesehen. Erst waren wir alleine, aber auf einmal waren ziemlich viele Autos dort. Generell sobald ein Löwe gesehen wurde, haben diese Viecher die Safari-Autos magnetisch angezogen.

Auf dem Rastplatz, wo wir Mittag gegessen haben, haben wir eine deutsche Reisegruppe getroffen, die sich 2 Wochen Tanzania gegönnt haben. Erst auf den Kilimanjaro, dann auf den Mount Meru und danach eine Safari. Ich schätze mal, dass die alles so um die 50 waren. Ich wär mir nicht sicher ob ich so ein Trip überstanden hätte.

In diesem Park gab es Unmengen von gemeinen Fliegen, die uns immer beißen wollte. Leider konnte ich diese Viecher nicht einmal mit draufschlagen töten. Die Bisse taten sehr weh und diese Fliegen verbreiten die Schlafkrankheit. Auf einem Weg mussten wir sogar umkehren, weil es so viele Fliegen wurden, dass wir es nicht mehr ausgehalten haben.

Das schöne an dem Park war, dass mensch kaum andere Autos gesehen hat, obwohl Mittags gefühlt alle auf dem einen Picknickplatz gegessen haben.

Tag 3
Der Ngorogoro Krater oder die Wiege der Menschheit war einfach unglaublich. So viele Tiere auf einer so kleinen Fläche hab ich noch nie gesehen, tausende von Gnus, Zebras, Antilopen und Büffel. Außerdem haben wir noch ein paar Hyänen, ein Nashorn aus der Ferne und einen
 Gepard gesehen. Ich glaube hier erzählen Foto doch mehr als Worte.

Tag 4
Im Lake Manyara Nationalpark war ein wunderschöner Abschluss. Am Seeufer noch ein paar Flusspferden zuschauen, Flamingos durch Fernglas suchen und finden, Dig-Digs beobachten und in den Bäumen nach einem Leoparden suchen.

Dig-Digs sind interessante Geschöpfe. Sie tauchen immer zu zweit auf, ein Männchen und ein Weibchen, niemals alleine. Wenn eins der beiden stirbt, stirbt das andere kurz danach auch, weil es nicht mehr alleine Leben kann.

Danach ging es wieder nach Arusha.
Einen Tag haben wir uns dann noch Arusha angeschaut. Architektonisch hat sie nicht so viel zu bieten, aber generell sind doch sehr viele Touristen rumgelaufen. Die Stadt hat mir jetzt nicht so gefallen.

Moshi
Moshi dagegen finde ich sehr schön, klein und beschaulich. Irgendwie versprühte diese Stadt Charme, den Arusha nicht besaß. Dort habe ich dann auch seit längerer Zeit mal wieder einen richtig leckeren Café getrunken.
In dem einen Café haben wir einen Schweizer getroffen. Leider hab ich den Namen vergessen, aber er hatte ein sehr seltsames Bild von Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit. Er hatte auf jeden Fall reiche Freunde, die ihm seine Wohltätige Arbeit finanzierten. Als er das erste mal in Tanzania war, hat er ein Waisenheim gesehen und fand die Zustände schrecklich. Das nächste Mal wenn er herkommt will er mit Geld herkommen. So das hat er jetzt gemacht und hat das Waisenheim renoviert. Was er als sehr schrecklich empfunden hat, war dass die Kinder auf dem Boden gegessen haben. Deswegen hat er jetzt Tische und Stühle gebaut. Das war der Zeitpunkt wo ich mir dachte, der Typ war noch nie länger als 2 Wochen hier und kennt weder die Kultur noch die Bedürfnisse der Menschen hier. Wenn ich bei jemanden eingeladen bin, sitze ich meist auf den Boden und esse dort. Das macht mensch hier so, das ist keine Unterentwicklung. Auf jeden Fall war ein interessanter Gedankenaustausch.


Nach Moshi ging es dann auch schon wieder zurück nach Zanzibar.

Montag, 23. Januar 2012

Jahreswechsel

 Kurz vor unserer Abfahrt im Dezember nach Iringa und Mafinga haben Lennart, Khamis und ich ncoh ein Hühnerhaus gebaut. Dabei haben ich die traditionelle Bauweise mit roter Erde kennengelernt. Es hat echt Spaß gemacht mit der Erde, Wasse und Steine diese Mauer zu bauen.




 Während meine Freunde auf Safari waren und sich den Ruaha-Nationalpark angeschaut, habe ich eine eine Schulkameradin besucht. Außerdem habe ich mir noch die Stadt Iringa angeschaut. Hier auf dem Bild sieht mensch den Gangilonga, auf dem Berg hat der Rebell Mkwawa meditiert, der während der Kolonialzeit gegen die deutschen Gekämpft hat. Irgendwie hab ich es voll verplant in Iringa Fotos zu machen, deswegen nur das. War eine schöne Zeit in Iringa.

In Mafinga bei Lisa und Veronika, auch zwei DTP-Freiwillige, haben wir Zanzibaris und Frithjof Weihnachten gefeiert. Mit der nötigen Ausstattung und dem kalten Wetter dort, war Weihnachten perfekt. Wir haben jede Menge Kekse gebacken und gewichtelt.
Außerdem konnte mensch sich dort in die Sonne setzen und dort war es dann mal angenehm warm. Das hatte dann auch den Vorteil, dass wir ein bisschen braun geworden sind.

Irgendwann mussten wir dann aus dem kalten Mafinga auch wieder zurück. Mit diesm Buss sind wir dann wieder nach Dar es Salaam gefahren. Dort war es wieder schön warm oder sogar ein bisschen zu warm. Inzwischen hab ich mich wieder an die wärme gewöhnt. Dar war wie immer stickig, viele Menschen und sehr geschäftig. Es ist irgendwie eine reizende Stadt, obwohl sie hässlich ist. Trotzdem freue ich mich immer wenn ich dann wieder auf Zanzibar ankomme ;)


Über Silvester waren dann fast alle Freiwillgen auf Zanzibar. Wir haben alle bei mir geschlafen, während meine Family ausgeflogen war, somit hatten wir ein Haus für uns. Die eine Woche kann emnsch kaum kurz beschreiben, aber ein Wort passt ganz gut: ereignisreich. Wir haben zusammen gekocht, Karten gespielt und viel gequatscht. Nach der Woche sind wir dann gemeinsam zum Zwischenseminar gefahren.

Sonntag, 22. Januar 2012

Zwischenbilanz?


So nun ist ein halbes Jahr vorbei und ich kann nach dem Zwischenseminar so halb eine Zwischenbilanz ziehen.

Was heißt Zwischenbilanz? Ich glaube es wäre spannend folgende Fragen im folgenden Artikel zu beantworten: Was waren meine Ziele als ich aufgebrochen bin? Wie haben sich meine Ziele verändert? Welche Ziele habe ich jetzt? Habe ich mich verändert? Sobald ich hier angekommen bin haben sich mir auch andere Fragen gestellt: Was suche ich hier? Ist ein Weltwärtsjahr wirklich sinnvoll? Oder globalere Fragen wie Was bringt Entwicklungszusammenarbeit? 

Auf die beiden letzten Fragen werde ich kaum Antworten können. Das Zwischenseminar, welches leider schon vorbei ist, hat mich irgendwie weiter gebracht. Wir haben viel über uns selbst gesprochen, über die Arbeit und was uns sonst noch so bewegt. 

Als ich auf Zanzibar angekommen bin, habe ich schon gemerkt, dass ich mir in Deutschland schon ein falsches Bild von meiner Einsatzstelle gemacht habe. Es war auf jeden Fall nicht so, dass wir gebraucht wurden. Außerdem mussten wir erst einmal mit der Situation klar werden, dass wir mehrere Chefs haben, die verschiedene Ziele vor Augen haben. Von uns wird viel Eigeninitiative gefordert, so viel, dass ich ein bisschen überfordert war. Es gab Leerlaufphasen, wo Lennart und ich  nicht besonders viel getan haben oder Phasen wo ich mich eher als das fünfte Rad am Wagen gefühlt haben.
So langsam, also nach 4 Monaten, denke ich, dass ich so langsam durchblickt habe, wie solarafrica.network funktioniert.

Zur Arbeit, auf dem Vorbereitungsseminar wurde uns erklärt, dass wir 500€ Projektgeld haben und über dieses nicht frei verfügen können, damit nur sinnvolle Projekte gefördert werden. Wenn wir Projekte starten wollen, müssen wir einen Proposal schreiben und dabei viele Sachen beachten bevor das Projektgeld bewilligt wird. Hört sich nicht so schwer an und mit 500€ pro Freiwilligen können wir hier vor Ort schon viel anfangen. Das bedeutet, dass jede Einsatzstelle mit 1000€ die Welt verbessern kann. 

Als wir das erste Mal in Pete waren hat uns Said gezeigt was unsere Vorgänger mit dem Projektgeld alles gemacht haben. Er schien stolz darauf zu sein, dass Tobi und Andi einen Teil vom Zaun aufgestellt haben. Christopher und Nono haben ebenfalls den Zaun weitergebaut und sie haben auch das Kompostklo gebaut. Es ging weiter mit den gebauten Monumenten: zwei Lehmöfen, ein Simtank plus Regenrinnen, des Weiteren wurden der Showroom neu gestaltet. Alles Sinnvolle Projekte, aber jetzt scheint das Museum perfekt zu sein, bis auf, dass der Touristenansturm fehlt. Als er fertig war mit seiner kleinen Tour fragte er uns, was wir denn erschaffen wollen. 
Da bin ich mir immer noch nicht so sicher. Das war der erste Moment wo ich mich gefragt habe, was es bringt den Freiwilligen 500€ Projektgeld in die Hand zu drücken. Ist das nicht fehlinvestiertes Geld. Ist ein Kompostklobau, oder der Bau eines Zaunes gute Enticklungszusammenarbeit? Ich habe mit einem Freund gesprochen der vor 2 Jahren auch ein Weltwärtsjahr mit der DTP gemacht hat und der meinte, dass meine Vorgänger von vor 2 Jahren erst total skeptisch waren einen Zaun zu bauen, aber es doch gemacht haben und nach dem Jahr gesagt haben, das dieser Zaunbau das Beste war was sie in diesem Jahr gemacht haben. Denn von den Leuten, die im Museum mitarbeiten, ist das Verantwortungsgefühl für das eigene Grundstück gestiegen, so dass sie sich darum ein bisschen gekümmert haben.
Unter anderem aus diesem Grund habe ich mich dann auch nicht schlecht Gefühlt das Geld für den letzten Rest des Zaunes zu beantragen und zurzeit sind wir dabei diesen zu bauen. 

Die Welt hier zu verbessern oder ein bisschen was für die Umwelt zu machen, diese hochgesteckte Ziele werde ich wohl hier nie erreichen. Letzteres werde ich vielleicht doch noch schaffen. Nun ja solarafrica.network, wo ich arbeite, macht halt nichts mit Solarpanels und so weiter. Wir bestehen aus Frauencooperativen, die Körbe herstellen, die wir in der Stadt an Touristen verkaufen. Diese Körbe werden zu 100% ökologisch hergestellt und die Frauen, die diese flechten gehen nicht mehr im Wald Holz hacken. So weit so gut aber was suche ich dann hier? Ich weiß nicht ob ihr mein Dilemma versteht. Der betrieb läuft ohne uns und ich würde sagen es läuft perfekt.

Ich bin der Meinung, dass ich inzwischen verstanden habe, was Moto fehlt und wie ich vielleicht helfen kann. Inzwischen habe ich genügend Touren durch unseren Showroom gesehen um zu sehen, dass es die Touristen interessiert. Jetzt wollen Lennart und ich uns daran setzten, dass dort mehr Touristen vorbei kommen. Das läuft nur, wenn wir unsere Tour, bei den Tour Operators anpreisen, und diese unsere Tour in ihren Katalog aufnehmen. Hört sich nach einer Aufgabe an. Außerdem könnte ich es mir vorstellen, das Die Tourisshops in den großen Hotels hier auch unsere Körbe und Seifen verkaufen würden/könnten. Um sie dazu zu bringen muss mensch da vorbei fahren und Produkte anpreisen. Ich habe zurzeit Zeit dies zu machen. Zu guter Letzt möchten Lennart und ich noch ein paar Plastikflaschensolarlampen in Wellblechdächer einbauen und einen Lehmofen bauen. Das hört sich schon nach konkreten Zielen an und ich hoffe, dass die zanzibarische Trägheit nicht packt. Aber bis jetzt sieht es ganz gut aus. Ein Ofen ist schon gebaut und es geht weiter.

Bei diesen Aufgaben frage ich mich dann manchmal, warum heißt es : „Weltwärtsjahr für Klimaschutz und Völkerverständigung“?  By the way, ein Flug nach Tanzania ist jetzt nicht das grünste was mensch machen kann.

Wenn ich die Antwort gefunden habe, sage ich euch Bescheid. Immerhin spart so ein Lehmofen bis zu 50% Feuerholz. Aber zum Glück hat unser Projekt auch soziale Aspekte, wie das Income Generating für Frauen.
Die Völkerverständigung ist meiner Meinung wichtiger in diesem Jahr als der Klimaschutz. Deswegen würde ich auch eher schreiben: „Weltwärtsjahr für Völkerverständigung und Klimaschutz“. Der Begriff Völkerverständigung ist sehr weit gefasst und ich weiß nicht, was er alles beinhaltet. Besonders geprägt, hat uns auch das Wort Kulturaustausch. Inzwischen nehme ich hier Attitüden an, die einfach typisch zanzibarisch sind. Der schlurfende Gang, das Essen mit der rechten Hand und auch wird alles mit der rechten Hand übergeben. Das sind nur einzelne Beispiele.
Global gesehen sind hier schon viele europäische und amerikanische Einflüsse angekommen. In jedem Dorf kann mensch Coca Cola und Fanta trinken. Im Fernsehen kommen westliche Filme und die Jugendlichen hören hier auch Hip-Hop und die Charts rauf und runter. Auf globaler Ebene kann ich noch nicht von einem (Kultur)Austausch sprechen, denn wo gibt es in Europa eine „Chipsi-Bude“, wo ich Chipsi-Mayai (Omlett mit Pommes drin), Mishkaki (bestimmte Fleischspieße) und Urodio (superleckere Suppe) essen kann. Wo finde ich einen Club der Bongo Flava spielt? Warum kann ich in Deutschland nicht mit meinem Telefon Geld verschicken? Wo finde ich in Berlin Ugali (Maisbrei)?

Nun bin ich ein einzelner Mensch, der nicht die ganze Weltverändern kann und auch nicht in Berlin die erste „Chipsi-Bude“ aufmachen wird, obwohl ich könnte mir vorstellen, dass ich da eine Marktlücke beseitigen würde. Ich bin schon zufrieden damit, jemanden erzählen zu können was ich in Zanzibar erlebt habe und wie ich Tanganjika war genommen habe. Und jedem klarmachen kann, dass Zanzibar nicht Afrika ist und die Regionen in Afrika genauso unterschiedlich wie die Regionen in Europa. 

Ich bin der Meinung, dass wenn ich gefragt werde, ob ich an Gott glaube und dies verneine und die Person, die mich gefragt hat, darüber nachdenkt warum das so ist, dies mehr Wert ist, als wenn ich hier 50 Solarlampen verteile oder ich hier 50 Lehmöfen baue. Auch bei anderen Gesprächstehmen, habe ich vielleicht eine andere Meinung oder einen anderen Lösungsansatz. Dann kommt: Oh, so kann mensch das auch machen und es ist vielleicht sogar einfacher. Oder Oh, so hab ich darüber noch gar nicht nachgedacht. Diese Ohs passieren mir hier auch ständig und das ist das Schöne hier. Außerdem bekomme ich einen Einblick in eine Kultur dir mir sonst total verschlossen bleibt. 


So das waren jetzt erst mal ein paar Gedanken zu dem halben Jahr. Ich denke, dass ich die Frage, ob das Freiwilligenjahr sinnvoll ist nicht heute beantworten. Für mich persönlich bin ich mir sicher, aber ob ich dem Projekt hier helfe, das kann ich noch nicht beurteilen. Trotzdem gibt es eine schöne Sache an diesem Freiwilligendienst und die möchte ich niemandem nehmen, denn ich mache hier so viele Erfahrungen, aus den ich so viel lerne und die Welt noch einmal durch eine andere Augen sehe. Das wird den nächsten Freiwilligen auch passieren...

Hier möchte ich nochmal meinen Spenderinnen und Spendern danken, dass sie mir das alles ermöglichen!

ps: da das Internet gerade langsam ist und ich nicht das macht was ich gerne hätte, werde ich ein paar Fotos des letzten Monats versuchen morgen auf meinem Blog zu stellen. Hoffentlich gibt's morgen keinen Stromausfall / Internetausfall, wenn ich im Hotel bin und mich mit langsamen Internet rumschlage

Sonntag, 18. Dezember 2011

Solarplastikflaschen

Hier ist ein Artikel, den Lennart und ich für die DTP Homepage geschrieben haben. Da ich nicht weiß wann der dort auftauacht, publiziere ich ihn hier auch noch mal ;)




Wenn man in einer Einsatzstelle nicht immer ganz so viel zu arbeiten hat das einen Vorteil: Man hat die Zeit eigene Ideen zu entwickeln und in die Tat umzusetzen. 

Da wir aufgrund unserer schulischen Vorerfahrung mit der Übernahme von Ideen anderer vertraut sind, haben wir uns einfach eine Idee abgeguckt. Sie stammt ursprünglich aus Indonesien und wurde von Kai durch Zufall im Fernsehen entdeckt.

Dort wurde vor einiger Zeit ein Projekt gestartet, indem alte Plastikflaschen mit Wasser und etwas Bleichmittel gefüllt in Wellblechdächern gesetzt wurden. Durch das einfallende Sonnenlicht bricht das Licht im Wasser und erhellt den Raum. Der offensichtliche Nachteil, dass die Lampen nur Tagsüber bei Sonnenlicht funktionieren wird durch die einfache Handhabung und die sehr geringen Kosten unserer Meinung nach kompensiert.
Wir waren sehr neugierig zu erfahren ob die Lampe tatsächlich hält was sie im Internet verspricht und waren überzeugt, dass eine Probeinstallation auf jeden Fall einen Versuch wert sei. Daher boten wir einem befreundeten Fundi (Handwerker) an bei ihm eine installieren. Er war neugierig was die Wazungu (Weißen) jetzt schon wieder ausheckten und bot uns an in seiner Küche eine Lampe anzubringen.

Obwohl es am Anfang nicht ganz einfach war, die nötigen Utensilien zu besorgen konnten wir mit Khamis, dem befreundeten Fundi, die erste Lampe recht schnell in ein Wellblechdach einbauen. Das Resultat konnte sich sehen lassen. In dem Raum war es danach tatsächlich heller.

Leider kochen sie dort auf einem Drei Stein Ofen und damit war die Flasche ziemlich schnell eingerußt. Da wir es versäumt haben schöne Vorher- Nachher Bilder zu machen, werden wir noch zwei weitere Flaschen in einem Hühnerstall montieren um die Lichtleistung genau zu dokumentieren. Das hatte einen Nachteil, denn der Hühnerstall ist noch fertig gebaut. Somit sind wir gerade dabei einen Hühnerstall zu bauen, um danach dort unsere Flaschenlampen zu testen. Das schöne dabei ist, dass wir beim Bauen noch vieles gelernt haben, wie z. B. eine Lehm-Steinmauer zu bauen oder einen Ochsenkarren zu fahren.


 Generell kann man sagen, dass die Beleuchtung der Häuser, gerade auf dem Land, hier auf Zanzibar noch ein echtes Problem ist. Da ein Stromanschluss nur selten vorhanden ist, ist es trotzt strahlender Äquatorsonne tagsüber sehr in den Häusern dunkel. An dieser Stelle wäre eine unsere Lampen wirklich sinnvoll. Abends werden dann Kerosinlampen, Kerzen oder wenn möglich Aufladbare Taschenlampen rausgeholt. An dieser Stelle wäre die Verwendung von Solarlampen wie z.B. das Thrive Studylight (link) praktisch.
In jedem Fall werden wir das Projekt weiterverfolgen. Es wäre cool wenn wir die Idee en bisschen verbreiten könnten und Tansanier finden würden, die das ganze selbstständig und langfristig ohne uns weiterführen könnten. Tutaiona

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Nikolaus

Da war der 6. Dezember und es hat niemanden interessiert. Das ist doch auch mal eine Erfahrung. Ich fand das gar nicht so schlimm. Keine Orangen, kein Schnee und keine Nüsse. Dafür sind wir spät aufgestanden und spät nach Pete aufgebrochen.

Doch zuerst haben wir uns noch Sachen zum Kochen in Marharibiko gekauft.
Da kein Daladala kam sind wir erst ein Stück getrampt und dann hat uns doch noch ein Daladala aufgelesen. Beim Warten kam noch ein Eisverkäufer vorbei, der selbstgemachtes Eis verkauft hat. Da wir gerade nix zu tun hatten, mussten wir natürlich zu schlagen. Leider musste ich an den Folgen dieser Entscheidung in der Nacht auf der Toilette leiden.

Irgendwann sind wir angekommen und haben noch ein bisschen was gearbeitet. Dann haben wir auch schon angefangen zu kochen. Bratkartoffeln mit Spiegelei. Nun ja aus dem Spiegelei wurde dann doch Rührei. Doch bevor wir gegessen haben hat Lennart noch Bohnen gekauft, denn er wollte unbedingt wissen, wie mensch die kocht. Als er sie aufgesetzt hat, hat er nicht geahnt, dass sie 1-2 Stunden brauchen. Wir wollten unbedingt Sport machen gehen, aber die Bohnen waren aufgesetzt. Matatiso makubwa! Oder auch nicht, also Khamis das mitbekommen hat, meinte er nur, dass Lennart die Bohnen zu sich nach Hause bringen soll und eine seiner Frauen kocht die dann zu ende.

Dann konnten wir auch aufbrechen. Doch bevor wir mit dem anstrengenden Sport angefangen haben, haben wir noch Mangos geerntet. Khamis kann das schon ziemlich gut. Lennart, Hassan und ich konnte ihn nur mit offenem Mund zu gucken.
Lennart und Khamis im Urwald(ach nein beim Mango suchen)

    1.     Suche einen Mango Baum
    2.     Wenn am Boden keine Mango liegt suche einen anderen und schaue dort nach einer Mang
    3.    Wenn die Ausbeute immer noch nicht groß genug ist, Schlag irgendwo ein Ast ab und entferne die nicht zu gebrauchenden Zweige
    4.    Werfe den Stock in den Baum und treffe eine Mango, die dann runterfällt
    5.    Wenn der Stock im Baum stecken bleibt und keine Mango runterfällt, dann fange wieder bei Punkt 3. an
    6. Wenn der Stock ohne Mango der Erdanziehung nachgibt, versuche es mit Punkt 4   
5.   
Ich beim versuch eine Mango vom Baum zu werfen

Wenn mensch diese Anleitung befolgt, wird mensch auf Dauer Erfolg haben. Wir sind dort durch den Dschungel getigert und haben Mangos gesucht, beworfen und hatten danach eine gute Ausbeute. An einer Stelle gab es eine Art Brennnessel. Eine ziemlich böse, gemeingefährliche Pflanze. Ich bin natürlich sofort reingelaufen und die anderen haben mich ausgelacht. Woher sollte ich wissen, dass es sowas auf dieser schönen Insel gibt?

Danach haben Hassan, Lennart, noch ein Peteianer und ich auf einen Ball eingetreten. Uns wurde ja versprochen, dass wir ein riesiges großes Fußballspiel spielen. Leider waren kaum Menschen da. Da lagen noch welche in Sportklamotten am Spielfeldrand, aber die sahen nicht so aus, als würden sie sich heute nochmal bewegen. Taten sie auch nicht, da sie schon erschöpft waren vom Tag. Also kein Spiel, nur rumgekloppe auf einem armen Fußball. Ich war zwar nicht total fertig nach dem Ball verprügeln aber doch ein bisschen geschafft und der Schweiß rann mir den Rücken runter. Bei den kühlen Temperaturen am Abend Sport zu machen ist wie in Berlin anfangen auf einmal in der Sonne mehrere Hundertmeterläufe zu absolvieren. Sport am Morgen ist echt besser, denn da ist noch kalt. By the way, es war echt kühl gestern. Als wir im Auto saßen hab ich sogar gedacht: „Verdammt ich hab keinen Pullover mit.“ Es war diesig und die Sonne schien nicht. Es gab kaum Fahrtwind und die Klimanlage war auch nicht an. Auch als wir auf das Auto gewartet haben war es angenehm kühl. Nun ja auf jedenfall hat die Temperaturanzeige im Auto gezeigt, dass es draußen 29° C sind, da hab ich schon ein bisschen gestutzt, denn es war nicht warm.

Als wir dann zu Hause ankamen, haben wir dann unsere Bratkartoffeln zu Ende gekocht. Es gab leckeres Essen und noch ein Feierabendbier. Wundervoll. Ich habe noch eine Runde Feuerpoi gespielt und der Abend war perfekt.


Am nächsten Tag haben wir die Grundstücksvermessung beendet. Dabei haben wir gemerkt, dass das alles nicht so gut passt und die Menschen die den Zaun gebaut haben, nicht immer wussten was gerade heißt. Das hat uns manchmal kurz Kopfschmerzen bereitet. Aber zu guter Letzt haben wir ein gutes Resultat erzielt und eine kleine schöne Karte gezeichnet.

Danach sind wir dann auch zurück in die Stadt getrampt und ich bin nur mit nach Fuoni gefahren, weil ich nicht mehr den Nutzen gesehen habe in die Stadt zu fahren. Bei mir zu Hause gabs dann zum Mittagessen oder Abendessen, also so gegen 10 Uhr, also europäische Schreibweise 4 Uhr, Reis mit Fischsoße. Mmmhh lecker. Ich hab mich gefreut, hatte ich schon lange nicht mehr. Es gibt zwar leckerere Sachen und eigentlich gibt es das jeden Abend. Nun ja als ich dann Abends nochmal was essen wollte, gab’s nix mehr. Dumm gelaufen, seit dem meine Gastmutter nach Dar es Salaam gefahren ist muss ich aufpassen immer früh genug zum Essen zu gehen, damit ich noch was abbekomme.
 

Sonntag, 4. Dezember 2011

Last Christmas

Advent, Advent ein Lichtlein brennt
erst eins, dann zwei , dann drei , dann vier
und dann steht der Löwe vor der Tür.

Es ist sehr schön von dem Weihnachtrummel hier gar nichts mitzubekommen. Wheinachten ist hier zwar auch feiertag, aber ich wette, dass alle trotzdem arbeiten gehen.

Lotta meinte zu mir, dass sie sich auf ein Jahr freut, wo nicht der Song "Last Christmas"  gespielt wir. Aber Antje meint, dass sie den selbst hier spielen. Da haben wir wohl Pech gehabt. Ich hoffe sie werden jetzt hier nicht anfangen irgendwelche Weihnachtslieder zu spielen, denn inzwischen hab ich mich an Bongo Flavour gewöhnt und mag es.

Die Musik ist einfah klasse und mensch kann super drauf abgehen.
Hier eine kleine Hörprobe: Dieses Lied lieben meine Gastgeschwister. Ich finde es so mittelmäßig. Es gibt bessere. Nun ja hier eine Kleine Sammlung an Liedern.

Ich werde sie nicht hochladen, da ich nicht weiß wie das mit rechten und so ist. deswegen muss mal wieder youtube helfen. außerdem reicht mein akku nicht mehr um die sachen hochzuladen:

http://www.youtube.com/watch?v=tRZIbNzZvZc  das ist ganz lustig in und der disko tanzen dann alle den gelichen tanz

 un hier stehen meine gastschwestern voll drauf
http://www.youtube.com/watch?v=CqAXcJjEiKE


 nun ja eins muss erst mal reichen, jetzt gliech ist mein akku alle

Freitag, 25. November 2011

Von schimmelnder Kleidung

Heute morgen habe in meinen Kleiderschrank geguckt und gemerkt, dass meine Jeans einfach durchgeschimmelt ist, genau wie mein Unterhemd was dort liegt. Aber auch mein durchgeschwiztes T-shirt, welches ich in die Ecke geschmissen hatte ist geschimmelt. Dumm gelaufen. Ich werde wohl in Zukunft ein bisschen aufpassen müssen wo ich miene Kleidung lagere. Aber ich hoffe das es jetzt, wenn der Regen wieder aufhört die Luftfeuchtigkeit auch geringer wird.


Jetzt werde ich wohl noch einmal nach Marakwereke Second-Klamotten kaufen. Dann werde ich wieder an folgenden Artikel denken:

http://www.zeit.de/2011/45/NDR-Reportage-Altkleider-Luege

Wenn der Link nicht mehr zur passenden Seite weiterleitet bitte hier ienen post stzten damit ich ihn entfernen kann